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Neue Osnabrücker Zeitung

Kommentar zu Nigeria / Unruhen

Osnabrück (ots) - Auf dem Pulverfass

Schnell heizen sich in Nigeria die Spannungen auf - und die Lage
ist so gefährlich wie leicht entzündliches Material. Doch nur
vordergründig steckt hinter dem jüngsten Massaker ein vorwiegend
religiös motivierter Konflikt zwischen Muslimen und Christen. Das
trifft so wenig zu wie die Behauptung, es gehe in Nordirland um einen
konfessionellen Streit zwischen Katholiken und Protestanten.

Wandernde Viehzüchter gegen sesshafte Bauern, Einheimische gegen
Zugezogene, Konkurrenz um Wasser, Weide- und Ackerland, dazu
Stammeskonflikte: Das sind die tiefer liegenden Ursachen der neu
aufgeflammten Streitigkeiten mitten in Nigeria, dem
bevölkerungsreichsten Staat Afrikas. Hinzu kommt: Die Regierung
besitzt derzeit faktisch nicht das Gewaltmonopol. Der Staat ist nicht
so handlungsfähig, wie es nötig wäre - und die Soldaten der Armee
waren nicht willens oder nicht in der Lage, die Opfer vor Übergriffen
zu schützen.

Friedensarbeit ist daher gefragt, um den Hass zu stoppen und eine
fatale, endlose Kettenreaktion von Rache und Vergeltung zu
verhindern. Und weil die Politik versagt, kommen hier wieder die
Religionen ins Spiel. Deren gemäßigte Führer wie der katholische
Erzbischof von Jos, Ignatius Ayau Kaigama, und der muslimische Emir
von Wase, Alhaji Haruna Abdullahi, haben in der Vergangenheit bereits
vorgemacht, was Versöhnung bedeutet.

Originaltext: Neue Osnabrücker Zeitung
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