Bielefeld (ots) - Ein kleiner Streit unter Jugendlichen eskaliert,
ein Wort ergibt das andere, die Argumentation der jungen Männer wird
hitziger, ihre Körpersprache bedrohlich. Bis dahin keine
ungewöhnliche Situation, auch für die Älteren unter uns. Doch
plötzlich sehen zwei der Streithähne rot. Sie schlagen zu, mit
Fäusten, treten, greifen sogar zur Bierflasche und nehmen damit
leichtfertig in Kauf, dass einer dieser Schläge sogar tödlich enden
kann.
Das ist eine neue Qualität der Gewalt, die erst seit kurzem
Schlagzeilen macht. Nicht nur wegen ihrer maßlosen Brutalität,
sondern auch wegen der Motivation der Täter, die niemand
nachvollziehen kann. Diese Entwicklung muss gestoppt werden.
Mit der Berichterstattung dieser Zeitung über die regelmäßigen
Gewalttätigkeiten auf dem Bielefelder Jahnplatz kam deshalb auch
Kritik an der fehlenden Polizeipräsenz in der Nacht auf. Die
Polizeiführung kündigte Besserung an, die Kripo gründete eigens eine
Ermittlungskommission, um den Fall Plath schnellstmöglich
aufzuklären. Zumindest Letzteres ist gelungen, Glückwunsch!
Doch dieser Erfolg droht im Nirgendwo zu verpuffen, wenn jetzt die
Politik nicht die Mittel für eine verstärkte Staatsgewalt am
"gefährlichsten Platz Bielefelds" bewilligt. Eiserner Sparzwang wäre
hier lebensgefährlich.
Originaltext: Neue Westfälische
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