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Lausitzer Rundschau

Nach dem Krisentreffen der FDP

Cottbus (ots) - Ihren  Liebesentzug beim Wahlvolk wollen
die Liberalen jetzt durch ein höheres Reformtempo bekämpfen. Die
Westerwelle-Partei muss da etwas falsch verstanden haben. Nicht die
Vermittlung ihrer Politik ist das Problem, sondern die Politik
selbst. Zu den stärksten Pfunden einer Partei gehören Seriosität und
Vertrauenswürdigkeit. Doch damit ist es bei den Freidemokraten nicht
weit her. Im Wahlkampf war es Guido Westerwelle noch gelungen, seine
Liberalen als eine Bewegung für das ganze Volk zu positionieren.
Gemessen an den aktuellen Umfragen hat die FDP ihr sensationelles
Bundestagswahlergebnis inzwischen fast halbiert. Damit ist man ganz
offensichtlich in den alten Zustand einer reinen Klientelpartei
zurückgefallen. Den Absturz haben allerdings nicht irgendwelche
finsteren Mächte zu verantworten, sondern die hausgemachte Diskrepanz
zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Nur ein paar Kostproben: In der
Opposition wollte die FDP noch das Entwicklungshilfeministerium
demonstrativ abschaffen. Nun ist dort einer der ihren Chef. Das große
Heer der Staatssekretäre war den Oppositions-Liberalen ebenfalls
immer ein Dorn im Auge. Als Regierungs-Liberale haben sie ihre Zahl
sogar noch aufgestockt. Die einseitige Förderung von Erben und
Hoteliers sorgte ebenfalls für Ernüchterung. Dass die Liberalen nun
wie angekündigt mit einem Eilkonzept für grundlegende Steuersenkungen
aufwarten wollen, ist wohl kaum ein Gewinn. Mit dem Vorstoß sorgt die
FDP nur für neuen Zoff in der Koalition. Genau den gibt es aber schon
jetzt zuhauf. Soll sich das Publikum dafür noch bei den Liberalen
bedanken ?

Originaltext: Lausitzer Rundschau
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