Washington, September 2009: Die "Tea Party" demonstriert ihre Stärke
Vor den Zwischenwahlen zum US-Kongress sorgt die Tea-Party-Bewegung bereits für manche Überraschungen – und entzieht sich hartnäckig den Umarmungsversuchen der republikanischen Parteispitze.
"I′m counting" steht auf den Ansteckern der "Tea Party" und darunter die Anzahl der Tage bis zur Wahl. Der in den Nationalfarben Blau, Rot, Weiß gehaltene Countdown ist mehr als ein Ausdruck der Vorfreude auf die Zwischenwahlen im November. Die Aktivisten verleihen damit auch ihrer Entschlossenheit Ausdruck, "to make their vote count". Sie zählen die Tage, bis ihre Stimme wieder etwas zählt.
Traditionell sind die Zwischenwahlen ein Gradmesser für die Zufriedenheit mit der Arbeit des US-Präsidenten. Das gilt auch für Barack Obama. Mit seinem Mantra des Wandels und der Hoffnung hat er große Erwartungen geweckt. Gesundheitsreform, Konjunkturpaket und seine Haltung im Streit um den Bau einer Moschee am Ground Zero haben seine Popularitätswerte jedoch sinken lassen. Weniger als 50 Prozent der Wähler hatten im September noch ein positives Bild ihres Präsidenten.
Kein Zweifel: Die "Tea Party" wird den Ausgang der Wahlen beeinflussen. Seit Wochen schon schaffen es die Aktivisten, den Unmut der Wähler über Obamas Gesundheitsreform, die wachsende Staatsverschuldung und die politische Kaste in Washington für sich zu nutzen. Mit wachsendem Erfolg.
Schreiben politische Beobachter heute über die "Tea Party", ist ihr Tenor ein anderer als vor wenigen Wochen. Da waren sich die Polit-Strategen einig, dass die "Tea Party" keine Bewegung sei, sondern lediglich eine geschickt gesteuerte Kampagne der Republikaner.
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